SODA76: die schwerste Übung
Eine Website für eine Agentur zu bauen ist die unangenehmste Aufgabe im Portfolio. Ein Handwerksbetrieb wird an seiner Arbeit gemessen, die Website muss dafür nur nicht im Weg stehen. Eine Agentur verkauft Gestaltung. Ihre eigene Seite ist die Arbeitsprobe, und jeder Besucher prüft sie als solche.
Diese Arbeit ist deshalb die bewegteste und dunkelste der sieben. Sie darf das, weil sie kein Tempo verspricht.
Branche Wachstumsagentur für Social Media
Ort Frankfurt
Farbwelt Tinte #101A2E auf Champagner #E8DCC8
Rolle die dunkelste und bewegteste der sieben Arbeiten
Wer arbeitet an meiner Marke?
Agenturseiten beschreiben fast alle dasselbe: Strategie, Inhalte, Performance, Community. SODA76 hat genau diese vier Felder, und daran ist nichts falsch. Austauschbar werden sie erst durch die Darstellung: vier Kacheln nebeneinander, jede mit drei Stichworten.
Diese Seite beantwortet zuerst die Frage, mit der Kunden kommen. Es gibt einen Abschnitt „Ihr Team“ mit vier Rollen, jede mit Namen, Zuständigkeit und genau einer Zusage, die diese Person gibt. Die vier Rollen entsprechen den vier Leistungsfeldern, so dass jedes Feld ein Gesicht hat statt einer Kachel. Der Kontaktblock steht direkt unter dem Auftakt, damit sich der Weg zum Formular nicht über das ganze Portfolio zieht.
Die Entscheidung, auf die wir am meisten geben
Ein starker Claim, ersatzlos gestrichen
Die Seite eröffnete wochenlang mit einem zweiteiligen Satz. Er war rhythmisch stark, er blieb bei jeder Durchsicht stehen, und niemand störte sich daran. Bei einer späten Durchsicht fiel zweierlei auf.
Erstens war eines der Wörter im Deutschen historisch belastet, aus dem Sprachgebrauch der NS-Zeit. Das steckt nicht im Klang, sondern in der Herkunft, und Sprachgefühl allein findet es nicht. Zweitens redete der erste Halbsatz die eigene Hauptleistung klein: erst den Markt abwerten, dann sich selbst darüberstellen.
Beides wurde gestrichen, ohne Ersatz an derselben Stelle. Ungewöhnliche Begriffe in Schlagzeilen prüfen wir seitdem auf ihre Herkunft, und keine Schlagzeile redet klein, wovon der Betrieb lebt.
SODA76 Social ist ein Prototyp aus eigener Hand. Agentur, Team und Kontaktdaten sind erfunden.
Bewegung als Argument
Farbige Bänder laufen im Hintergrund, das Raster wächst beim Scrollen von einer Spalte auf vier, die Schlagzeile zerfällt und setzt sich wieder zusammen, der Mauszeiger zieht eine Spur. Für die meisten Betriebe wäre das zu viel. Für eine Agentur, deren Produkt Aufmerksamkeit ist, ist es die Arbeitsprobe.
Das Bewegungsbudget einer Seite ergibt sich aus ihrem Versprechen. Auf unserer eigenen Startseite stehen Geschwindigkeitswerte als Verkaufsargument. Dort wäre dieselbe Menge Bewegung ein Widerspruch. Zwei Seiten desselben Studios dürfen deshalb völlig unterschiedlich laut sein.
Jeder Effekt hat drei Ausstiege: reduzierte Bewegung, Datensparen und ein fehlender Mauszeiger. Auf dem Handy bleibt von der magnetischen Kachel deshalb nichts übrig.
So etwas für Ihren Betrieb?
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