Manchmal reicht der Baukasten. Wenn Ihr Betrieb ausgebucht ist, Kunden nur über Empfehlungen kommen und die Website reine Formsache ist, reicht der einfache Weg.
Sie brauchen nur eine digitale Visitenkarte: Adresse, Öffnungszeiten, Telefonnummer. Sie haben jemanden im Haus, der sich gern darum kümmert. Und es stört Sie nicht, dass die Seite aussieht wie tausend andere. Das ist ein legitimer Weg. Er kostet wenig Geld und viel Zeit.
Der Baukasten wird zum Problem, sobald Kunden vergleichen. Wer drei Handwerker googelt, ruft den an, dessen Auftritt Vertrauen ausstrahlt. Eine Vorlage von der Stange strahlt aus: hier hat jemand gespart. Dazu kommt, was man nicht sieht: Ladezeiten, für die Google Sie nach hinten sortiert. Texte, die niemand auf Suchbegriffe hin geschrieben hat. Ein Impressum vom Stand 2019. Und die ehrlichste Frage: Wann haben Sie die Seite zuletzt angefasst?
Baukästen sind besser geworden. Trotzdem gibt es vier Grenzen, die sich nicht wegklicken lassen, und sie treffen ausgerechnet die Dinge, die über Auffindbarkeit entscheiden.
Der Satz „wir machen das mit einer Agentur“ sagt für sich genommen wenig. Es gibt Agenturen, die dieselbe Vorlage zum zwanzigsten Mal ausliefern, nur teurer. Woran Sie das erkennen: Die Referenzen sehen alle gleich aus, nur mit anderen Fotos. Im Gespräch geht es sofort um Seitenzahl und Funktionen, und niemand fragt, wer eigentlich anrufen soll. Und die Frage, was passiert, sobald die Seite online ist, wird kurz beantwortet.
Das ist der eigentliche Prüfstein. Am ersten Tag online ist eine Website nicht fertig, sondern einsatzbereit. Wenn im Angebot steht, was in Monat sieben passiert, arbeitet dort jemand, der schon einmal Monat sieben erlebt hat.
Die Baukasten-Entscheidung wird fast immer mit dem Monatsbeitrag begründet und fast nie mit der Zeit. Also machen wir es einmal umgekehrt. Für einen Betrieb mit acht Seiten sind das erfahrungsgemäß:
Wer diese Stunden mit dem eigenen Stundensatz multipliziert, bekommt eine Zahl, die über dem Monatsbeitrag jeder Agentur liegt. Das ist kein Argument gegen den Baukasten. Es ist nur ein Argument dafür, ehrlich zu rechnen.
Diese Frage sollten Sie vor der Unterschrift stellen. Ihre Domain gehört Ihnen und lässt sich zu jedem Anbieter mitnehmen, das ist der einfache Teil. Ihre Inhalte dagegen liegen bei manchen Baukästen in einem Format, das nur dieser eine Anbieter lesen kann. Texte lassen sich abschreiben, Bilder herunterladen, aber die Struktur baut jemand neu.
Der teure Fall ist ein anderer: Sie haben über Jahre Adressen von Unterseiten aufgebaut, die bei Google indexiert sind, und beim Umzug ändern sich alle. Ohne saubere Weiterleitungen verlieren Sie damit die Sichtbarkeit, für die Sie jahrelang gearbeitet haben. Fragen Sie deshalb jeden Anbieter, ob Sie Ihre Inhalte im Klartext exportieren können und wer die Weiterleitungen einrichtet.
Der Unterschied liegt weniger in der Gestaltung als in der Frage, wer sich nach dem Start kümmert. Eine Website arbeitet nur, wenn jemand an ihr arbeitet, Monat für Monat. Beim Baukasten sind Sie das. Bei einer guten Agentur ist es jemand, dessen Beruf das ist, während Sie Ihrem nachgehen.
Unsere Empfehlung: Rechnen Sie Ihre eigenen Stunden mit. Dann wird aus der Frage „Baukasten oder Agentur?“ schnell die Frage: Womit verdiene ich mehr, mit Basteln oder mit meinem Handwerk?
Was kostet eine Website wirklich?
Website mieten: So funktioniert es
Ein Gespräch beantwortet meist mehr als sechs Texte. Danach ein kostenloser Prototyp, und erst dann eine Entscheidung.
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