Ein Reformer-Pilates-Studio mit vier Geräten hat vier Plätze pro Stunde. Vier Plätze pro Stunde sind die ganze Geschichte dieser Seite: Wer sie öffnet, will meistens nicht wissen, was Reformer Pilates ist. Er will wissen, ob heute Abend noch etwas frei ist.
Die üblichen Studio-Websites beantworten das zuletzt. Erst kommt ein Bild mit einer Schlagzeile über Achtsamkeit, dann drei Kacheln mit Vorteilen, dann irgendwann ein PDF mit dem Kursplan. Diese Arbeit dreht die Reihenfolge um.
Branche Reformer Pilates, vier Geräte
Ort Karlsruhe-Durlach
Leitmotiv der Stundenplan als Rückgrat der Seite
Farbwelt zweifarbig, ohne Akzentfarbe
Die eine Entscheidung
Er steht weder im Menü noch als Anhang auf einer Unterseite. Er ist der zweite Abschnitt der Startseite und damit das erste, was nach der Begrüßung kommt.
Und er kennt die Uhrzeit. Kurse, die heute schon gelaufen sind, stehen grau. Der nächste freie ist markiert. Wer um halb sieben abends auf die Seite kommt, sieht sofort, was noch geht, ohne eine einzige Zeile zu lesen. Dieselbe Angabe steht später im Fuß der Seite noch einmal, damit man nicht zurückscrollen muss.
saal eins ist ein Prototyp aus eigener Hand. Studio, Kurse, Namen, Zitate und Kontaktdaten sind erfunden. Wir zeigen die Arbeit, weil an ihr sichtbar wird, wie eine Seite aussieht, die von der wichtigsten Frage her gebaut ist.
Die Seite läuft auf Papier #F1E9E1 und Tinte #241A14. Es gibt keine Akzentfarbe, und das war eine bewusste Entscheidung gegen die Gewohnheit.
Eine Akzentfarbe ist bequem. Sie markiert Knöpfe, hebt Wichtiges hervor und nimmt einem das Nachdenken darüber ab, wie Hierarchie sonst entstehen soll. Genau deshalb sehen so viele Seiten gleich aus: zwei Grautöne und ein kräftiger Ton für alles, was klickbar ist. Ohne diese Abkürzung muss die Ordnung aus Größe, Gewicht und Weißraum kommen. Das ist mehr Arbeit und sieht am Ende nach einem Ort aus statt nach einer Vorlage.
Gesetzt ist die Seite in Newsreader für Überschriften und Karla für den Lesetext. Es gibt ein dunkles Gegenkapitel, das mitten in der Seite die Grundfläche umdreht — der einzige Moment, in dem die Tinte zum Hintergrund wird.
Preise auf Studio-Websites sind fast immer Kacheln nebeneinander, drei Stück, die mittlere hervorgehoben. Dieses Muster verkauft Abonnements, aber es zwingt jeden Betrieb in dieselbe Form, auch wenn sein Angebot anders geschnitten ist.
Hier stehen die Preise stattdessen als Apparat am Rand, wie Fußnoten in einem Buch. Man liest den Fließtext über den Kurs und findet die Zahl daneben, wo sie hingehört. Das nimmt dem Preis die Bühne, ohne ihn zu verstecken. Für ein kleines Studio, das nicht über den Preis konkurriert, ist das die ehrlichere Darstellung.
Durch die ganze Seite läuft außerdem eine schmale Randspalte mit Notizen zum Raum: welcher Bogen wo sitzt, wie viele Plätze ein Kurs hat, wann geputzt wird. Diese Spalte trägt keinen Verkaufstext. Sie macht den Ort greifbar.
Fünf Motive tragen die Seite, und sie haben zwei verschiedene Herkünfte. Zwei Aufnahmen stammen aus einer freien Bilddatenbank; ihre Lizenz erlaubt die kommerzielle Nutzung ausdrücklich ohne Namensnennung, wir nennen die Urheberin trotzdem im Seitenfuß. Die anderen drei sind erzeugt. Der Prototyp weist das an jedem einzelnen Bild aus, und ein echtes Shooting würde sie vor dem Start ersetzen — für alles, was einen Betrieb selbst zeigt, sind echte Fotos die einzige ehrliche Lösung.
Das ist Vorsicht. Die Lizenzangabe eines Hochladenden ersetzt keine Rechteprüfung: Wer ein Bild in eine Datenbank stellt, muss nicht selbst der Rechteinhaber sein. Wenn wir die Herkunft jedes Motivs dokumentieren und nennen, ist im Streitfall nachvollziehbar, woher es kam. Diese Dokumentation legen wir bei jedem Projekt an, auch bei den erfundenen.
Erzählen Sie uns in 20 Minuten, was Sie machen. Zwei Tage später sehen Sie den ersten Entwurf, kostenlos.
Danke. Das Licht ist an. Wir melden uns werktags innerhalb von 24 Stunden.