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Arbeit im Detail · Physiotherapie

Wie NEUreut Physio zwei Zielgruppen auf eine Seite bringt

Physiotherapiepraxen haben ein Problem, das auf ihrer Website selten auftaucht: Sie suchen fast alle Personal. Patienten gibt es genug. Was fehlt, sind Therapeutinnen. Wer eine Praxis-Website nur für Patienten baut, baut an der Hälfte der Aufgabe vorbei.

Diese Arbeit ist der Versuch, beides auf einer Seite unterzubringen, ohne dass eines das andere stört. Sie umfasst zwölf Seiten: Start, Leistungen, Psychosomatik, Sportphysio, Training, Praxis und Team, Preise, Ratgeber, Rezept einreichen, Karriere, eine einzelne Stellenausschreibung und die Terminseite. Es ist die umfangreichste unserer sieben Arbeiten.

Branche Physiotherapie, Training und Prävention

Ort Karlsruhe-Neureut

Umfang zwölf Seiten, eigene Marke, 16 eigene Bildmotive

Besonderheit zwei Ansprachen, Stellenanzeige als eigene Seite

Die Marke kam vor der Website

Für den Entwurf gab es kein Erscheinungsbild, also entstand zuerst eines. Das Signet heißt intern „das offene N“, ausgewählt aus vier Entwürfen: ein N, dessen Diagonale eine Lücke lässt. Der Claim dazu lautet „Damit Bewegung selbstverständlich bleibt.“

Die Farbwelt ist Salbei auf Leinen, #2E4238 auf #F4F1EA, mit Messing als einzigem Akzent. Das ist bewusst kein Praxisblau. Blau ist in der Gesundheitsbranche so besetzt, dass es keine Aussage mehr trifft; es signalisiert nur noch „medizinisch“. Salbei liegt daneben, bleibt ruhig und erlaubt trotzdem einen warmen Ton, der zu einem Ort passt, an dem Menschen sich bewegen statt behandelt zu werden.

Das Schriftpaar ist Fraunces für die Überschriften und Instrument Sans für den Lesetext. Fraunces hat weiche, fast handschriftliche Details in den Serifen, die den klinischen Eindruck brechen, ohne unseriös zu wirken.

Zwei Ansprachen, ein sichtbarer Schnitt

Patienten werden gesiezt. Bewerber werden geduzt. Das ist die Entscheidung, die diese Website trägt: Eine Physiotherapeutin Mitte zwanzig, die eine Stelle sucht, liest anders als eine Patientin mit Bandscheibenvorfall.

Damit der Wechsel nicht als Fehler gelesen wird, ist er sichtbar gemacht. Der Karrierebereich läuft auf einer dunkleren Salbeifläche, die es sonst nirgends auf der Seite gibt. Wer dorthin scrollt, merkt am Farbwechsel, dass er den Bereich gewechselt hat, bevor er das erste „du“ liest.

Die Karriereseite selbst verspricht wenig und belegt es dafür. Ihre Überschrift lautet „Dreißig Minuten sind hier wirklich dreißig Minuten“, und darunter stehen sechs Dinge, die diese Praxis anders macht, als konkrete Zusagen statt als Werte. Bewerben kann man sich in drei Schritten und ohne Anschreiben. Das ist für Therapeutinnen, die zwischen zwei Behandlungen aufs Handy sehen, die passende Hürde.

Die technische Entscheidung

Die Stellenanzeige ist eine eigene Seite

Die einzelne Stellenausschreibung hat eine eigene Adresse, mit Titel, Ort, Umfang und Gehalt im Text. Beim echten Betrieb bekommt sie dazu eine JobPosting-Auszeichnung im Quelltext, damit Google die Stelle in den Job-Suchergebnissen anzeigt, mit Titel, Ort und Datum, statt sie nur als normale Unterseite zu behandeln.

Für eine Praxis, die Personal sucht, ist das der praktisch wertvollste Teil der ganzen Seite. Bewerber suchen bei Google. Auf Praxis-Websites landen sie erst danach. Im Prototyp ist die Auszeichnung bewusst nicht aktiv, damit Google keine erfundene Stelle listet. Beim echten Betrieb kostet sie einmalig eine halbe Stunde und arbeitet danach dauerhaft.

Die Arbeit ansehen

NEUreut Physio ist ein Prototyp aus eigener Hand. Praxis, Team, Preise, Zitate und Kontaktdaten sind erfunden.

Der Weg, der am häufigsten gegangen wird

Die meisten Menschen, die eine Physiotherapie-Website öffnen, haben eine Verordnung in der Hand und wollen wissen, wie es weitergeht. Auf den meisten Praxisseiten steht die Antwort unter „Kontakt“, wenn überhaupt. Hier hat sie eine eigene Seite: „Rezept einreichen“. Man fotografiert die Verordnung, schickt sie ab, und die Praxis meldet sich mit einem Terminvorschlag.

Auf dieser Seite steht auch die Regel, die Patienten am häufigsten übersehen und die eine Praxis am meisten Arbeit kostet: Eine Verordnung muss innerhalb von 28 Tagen nach Ausstellung eingelöst werden, sonst verfällt sie. Dass die Website das sagt, bevor jemand anruft, spart auf beiden Seiten Telefonate. Und für die, die kein Rezept haben, sagt die Seite es gleich darunter: geht trotzdem, als Privatleistung oder über die offene Rückenstunde am Donnerstagabend, zu der man ohne Anmeldung kommen kann.

Preise offen, weil die Frage sowieso kommt

Die Preisseite heißt „Was es kostet, steht hier“ und meint das wörtlich. Alle Preise für Selbstzahler, Privatpatienten und Kurse stehen ausgewiesen. Viele Praxen scheuen das, weil ein Preis im Netz vergleichbar macht. Wir haben es anders herum gerechnet: Wer den Preis sucht und nicht findet, ruft an, fragt, und die Praxis verbringt Minuten mit einer Auskunft, die eine Seite in drei Sekunden gibt. Bei einer Praxis, deren Telefon ohnehin klingelt, ist jedes eingesparte Gespräch Behandlungszeit.

Dieselbe Haltung trägt die Terminseite. Ihre Überschrift lautet „Termin meist innerhalb einer Woche“, nicht „Wir kümmern uns“. Die Zahl ist das Versprechen. Sie ist niedrig genug, um eine Entscheidung auszulösen, und konkret genug, dass die Praxis sich daran messen lassen muss.

Warum auf keinem Bild ein Gesicht zu sehen ist

Alle sechzehn Bildmotive sind eigens erzeugt. Auf keinem ist eine Person erkennbar, und das ist Absicht: Solange die Praxis nicht steht, wäre jedes Gesicht eine Behauptung über ein Team, das es so noch nicht gibt.

Aus dieser Regel wurde eine Lehre für alle weiteren Projekte. Drei Anläufe mit Anweisungen wie „von hinten“, „Kopf abgewandt“ und „kein Gesicht im Bild“ lieferten jedes Mal erkennbare Gesichter. Bildmodelle setzen bei jeder Personenanweisung Gesichter ins Bild. Wo diese Regel gilt, werden deshalb nur noch Räume und enge Ausschnitte erzeugt. Das lässt sich nur über die Motivwahl lösen.

Zwölf Seiten aus einer Vorlage

Kopfzeile, Navigation, Fußbereich und die Beschreibungen für Suchmaschinen entstehen bei dieser Arbeit aus einer einzigen Vorlage. Die zwölf Seiten tragen nur ihren eigenen Rumpf. Ändert sich die Telefonnummer oder kommt eine Seite in die Navigation, wird das einmal geändert und auf alle zwölf Seiten ausgerollt.

Für Techniker ein Detail. Für die Praxis die Antwort auf die Frage, wer das aktuell hält. Eine Seite, deren gemeinsame Teile an einer Stelle liegen, lässt sich in Minuten pflegen. Eine Seite, bei der die Fußzeile zwölfmal existiert, bekommt nach einem Jahr zwölf leicht verschiedene Fußzeilen. Genau diese Pflege ist bei uns Teil des Monatsbetrags, und die Vorlage ist der Grund, warum sie bezahlbar bleibt.

Auch die Kundenstimmen, für diesen Entwurf erfunden, folgen einer Regel, die bei näherem Hinsehen auffällt: Sie sind ungleich lang. Drei Stimmen, eine in zwei Sätzen, eine in fünf, eine in einem. Gleich lange Zitate in gleich großen Kästen sind das Muster, das jeder Besucher als gebaut erkennt, auch wenn er es nicht benennen kann.

Was die Seite technisch macht

Der Kopfbereich trägt seinen Text auf einem eigenen Träger statt auf einem Verlauf. Ein Verlauf weiß nicht, was im Bild an der Textstelle passiert, und fällt auseinander, sobald jemand das Motiv tauscht. Ein Träger hält auch dann.

Darunter läuft eine scrollgebundene Fahrt durch drei Räume der Praxis, über etwa dreieinhalb Bildschirmhöhen. Die Kopfleiste weicht dabei zurück, Zeilen blenden sich auf, Bilder wachsen. Wer im System seines Geräts „Bewegung reduzieren“ eingestellt hat, sieht dieselbe Seite ohne jede Animation, mit allen Inhalten an ihrem Platz.

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