Beim Entwurf dieser Seite stand am Anfang eine Frage, die nichts mit Gestaltung zu tun hat: Wem gehören eigentlich die Kunstwerke, die eine Galerie zeigt?
Die Antwort ist unbequem. Nicht der Galerie. Ein Foto eines zeitgenössischen Werks ist eine Vervielfältigung, und die braucht die Zustimmung der Künstlerin oder des Künstlers. Eine echte Galerie klärt das pro Ausstellung, meist im Vertrag. Für einen Prototyp mit erfundenen Künstlern lässt sich das nicht klären, und irgendein Bild aus einer Datenbank zu nehmen, das nach Kunst aussieht, wäre genau die Nachlässigkeit, vor der wir Kunden warnen.
Branche Galerie für zeitgenössische Kunst
Ort Baden-Baden, zwei Straßen hinter der Lichtentaler Allee
Umfang drei Seiten: Start, Ausstellung, Einzelwerk
Beschränkung keine Abbildung fremder Werke
Aus der Not die Form
Die Startseite zeigt stattdessen erzeugte Aufnahmen: Räume, an deren Wänden etwas hängt, das es nicht gibt. Titel, Maße und Jahreszahlen stehen daneben wie bei echten Exponaten. Kein reales Werk wird dabei als Exponat ausgegeben, und der Prototyp weist an jedem erzeugten Bild aus, dass es computergeneriert ist und keinen echten Ort zeigt. Die Seiten Ausstellung und Werk arbeiten mit fotografierten Galerieräumen aus einer freien Bilddatenbank, jeweils mit Nachweis.
Das Ergebnis ist besser als die naheliegende Lösung. Eine Galerie-Website voller Fotos konkurriert mit dem eigenen Angebot: Wer alles gesehen hat, muss nicht mehr hingehen. Diese Seite macht neugierig, statt zu ersetzen.
Artisan & Firn ist ein Prototyp aus eigener Hand. Galerie, Künstler, Werke und Kontaktdaten sind erfunden.
Die Startseite ist als ein Weg gebaut. Über etwa vier Bildschirmhöhen bewegt sich der Besucher durch drei Galerieräume, gekoppelt an das Scrollen, in seinem eigenen Tempo. An den Übergängen liegt ein Schleier, der kurz aufzieht und wieder verschwindet, so wie man durch eine Tür geht und für einen Moment nichts sieht. Ohne ihn wäre es ein Bildwechsel, mit ihm ist es ein Raumwechsel.
Die Seite läuft auf fast weißem Papier, #FBF8F7, mit einem einzigen kräftigen Pink als Gegenstimme. Die Wortmarke steht senkrecht am Rand. Begonnen hatte die Galerie dunkel, weil das für Kunst naheliegt: schwarze Wände, angestrahlte Werke, die Museumsgewohnheit. Genau das war das Problem: Es lag zu nahe. Dunkle Galerieseiten gibt es viele, und ein heller Raum mit einer lauten Farbe passt besser zu Arbeiten, die zeitgenössisch sind statt historisch.
Die Beschränkung dieser Arbeit war künstlich, die Frage dahinter ist es nicht. Bildrechte sind der Posten, den Betriebe am häufigsten unterschätzen, und der einzige, bei dem ein Fehler mehr kostet als die ganze Website. Deshalb dokumentieren wir für jedes Projekt, woher jedes Motiv stammt und unter welcher Lizenz es steht. Und deshalb stellen wir die Rechtefrage vor dem Entwurf, nicht danach.
Erzählen Sie uns in 20 Minuten, was Sie machen. Zwei Tage später sehen Sie den ersten Entwurf, kostenlos.
Danke. Das Licht ist an. Wir melden uns werktags innerhalb von 24 Stunden.